A
Abschlag
Preisabzug vom aktuellen Marktpreis, entweder aufgrund geringerer Materialqualität oder je nach Metallzinsniveau eines verzögerten Lieferzeitpunktes.
Agio
Differenz zwischen dem aktuellen Goldpreis und dem Marktpreis bei Goldmünzen.
Arbitrage
Ausnutzung von Preisunterschieden an verschiedenen Handelsplätzen oder wegen unterschiedlicher Fälligkeitszeitpunkte oder Metallqualitäten.
ASTM-Standards
Vorgaben für Materialqualitäten u. a. bei Edelmetallen, verfasst durch die American Society for Testing and Materials, eine internationale Standardisierungsorganisation mit Sitz in den USA. Die Mitgliedschaft setzt sich aus Herstellern, Anwendern, Regierungen und Akademikern aus mehr als 100 Ländern zusammen, daher heißt die Organisation auch seit 2001 ASTM International.
Aufschlag
Preisaufschlag auf den aktuellen Marktpreis, entweder aufgrund einer höheren als üblichen Materialqualität oder je nach Metallzinsniveau aufgrund eines verzögerten Lieferzeitpunktes.
B
Backwardation
Zustand, in dem der Terminpreis unter dem Kassapreis liegt.
Baisse
Anhaltende Phase fallender Kurse.
Bank von England
Lange Zeit wichtigste Zentralbank auf dem Goldmarkt, weniger wegen der eigenen, begrenzten Goldreserven, sondern vielmehr als zentrale Lagerstelle und als Handelsort für Goldvorräte vieler anderer Staaten. Hat zwischen 1999 und 2002 fast 60% der eigenen Reserven verkauft.
Bär
Jemand, der in einem Markt mit nachhaltig fallenden Preisen rechnet.
Barausgleich
Wird auch Cash Settlement oder Differenzgeschäft genannt.
Ein Barausgleich erfolgt bei Fälligkeit eines Termingeschäfts, bei dem bei Geschäftsabschluss eine physische Lieferung des Metalls von vorne herein ausgeschlossen wurde. Stattdessen wird die ursprüngliche Handelsposition mittels eines Gegengeschäfts geschlossen. Es erfolgt dann lediglich noch eine Ausgleichszahlung, welche die Kursdifferenz der beiden Geschäfte in der einen oder anderen Richtung abbildet. Bei solchen Geschäften fällt auch bei Silber und Platinmetallen keine Mehrwertsteuer an.
Barren
Am meisten verbreitete Anlageform für Gold und Silber. Unterschieden wird zwischen Standardbarren (ca. 12,5 kg bei Gold, 30 kg bei Silber) und Barren anderer Größe, die es von zahlreichen Produzenten in den unterschiedlichsten Formen gibt.
Beiprodukt
Edelmetalle, die nicht aus primären Minen stammen. Silber fällt z.B. oft in NE-Metall- und Goldminen an, Platinmetalle bei der Produktion von Nickel.
Bid
Siehe „Geldkurs“.
BIZ
Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, gegründet 1930 mit Sitz in Basel. Erfüllt eine Rolle als „Zentralbank der Zentralbanken“, agiert im Goldmarkt im Auftrag nationaler Notenbanken.
Briefkurs
Verkaufspreis für ein Edelmetall; Gegenteil von Geldkurs.
Broker
1. Bezeichnung für einen Makler, der versucht, zwei Handelspartner mit gegensätzlichem Interesse zusammenzubringen. Dafür erhält der Broker eine Vermittlungsprovison (Courtage).
2. Bezeichnung für einen Händler an einer Warenterminbörse.
Bulle
Jemand, der in einem Markt mit nachhaltig steigenden Preisen rechnet.
Bullion Coin
Bezeichnung für zeitgenössische Anlagemünzen, wie z.B. den Philharmoniker, Krügerrand, Eagle, Maple Leaf oder Koala.
C
Cash-and-carry
Siehe „Swap“.
Cash settlement
Siehe „Barausgleich“.
CBOT
Chicago Board of Trade, Terminbörse in den USA, hat durch die frühzeitige Einführung eines elektronischen Handels ab 2006 massiv an Bedeutung gewonnen.
Chart
Darstellung der Preisentwicklung eines Finanzmarktprodukts in graphischer Form. Wird vor allem von Händlern und Spekulanten zur Untermauerung von Handelsentscheidungen stark beachtet.
Clearing-Haus
Abwicklungsstelle für Futures bzw. kontoführende Bank für Edelmetalle.
COMEX
„Commodity Exchange“ - weltgrößte Terminbörse für Edelmetalle mit Sitz in New York, seit 1994 Teil der →NYMEX.
Contago
Preissituation bei der der Kassapreis niedriger ist als der Terminpreis.
D
Derivate
Bezeichnung für Finanzmarktinstrumente, die auf dem Kassa- oder Terminpreis basieren. Die gebräuchlichsten Derivate auf den Edelmetallmärkten sind →Optionen.
Doré
In einer ersten Verarbeitungsstufe in Minen hergestellte Barren, die noch gemischt Gold und Silber enthalten.
E
Edelmetalle
Beinhaltet →Gold, →Silber sowie die →Platingruppenmetalle (Platin, Palladium, Rhodium, Iridium, Ruthenium und Osmium). Im Vergleich zu anderen Rohstoffen mit geringer Produktion und hohem Wert.
Edelmetallkonto
Konto, auf dem Edelmetallbestände geführt werden (vergleichbar mit einem Bankkonto).
EFP
Exchange for Physical – Umwandlung einer →Futures-Position in eine →OTC-Position.
Exchange Traded Fund (ETF)
Börsengehandelte Investmentfonds, seit 1970 in den USA angeboten, in zunehmendem Maße auch in anderen Ländern. Das Gesamtanlagevolumen beträgt derzeit (5/2007) rund 440 Mrd. Dollars. Seit einigen Jahren gibt es auch ETFs auf Edelmetalle, die ersten auf Gold wurden 2004 emittiert, seit 2006 sind Silber-ETFs erhältlich, seit 2007 auch solche auf Platinmetalle. Der größte Markt für Edelmetall-ETFs sind die USA, hier wurden über 400 Tonnen Gold und über 4.000 Tonnen Silber abgesetzt. ETFs beeinflussen mit der durch sie verursachten Nachfrage sowohl den Preis für Edelmetalle, als auch die Liquidität, weil das zur Unterlegung dienende Metall physisch separiert gelagert wird und damit z.B. nicht für Edelmetallleihen zur Verfügung steht.
F
Fälligkeit
Datum für die Fälligkeit eines →Termin-, →Options- oder →Leihegeschäfts.
Feinheit
Edelmetallgehalt einer Legierung.
„Feste Form“
In Form von Barren, Blechen etc.
Fixing
London Fixings finden täglich, außer an Wochenenden und Feiertagen, zu folgenden Zeiten statt: Gold 11:30h und 16h (MEZ). Silber 13h (MEZ). Platin und Palladium um 10:45h und 15h (MEZ).
Future
Standardisierter Handelskontrakt (siehe auch Kontrakt) an einer → (Waren-)Terminbörse.
G
Geldkurs
Kurs, zu dem ein Marktteilnehmer bereit ist, Edelmetall zu kaufen; Gegenteil von Briefkurs.
Gewichtskonto
→Edelmetallkonto, das üblicherweise von industriellen Verbrauchern bei Weiterverarbeitern unterhalten wird.
Granalien
Feinmetall (meist Gold und Silber) in der Regel in Form von kleinen Kügelchen.
GOFO
„Gold Forward Offered Rates“ - Goldleiheraten für 1,2,3,6 und 12 Monate. Werden u. a. auf Nachrichtenseiten im Händlerinformationssystem der Agentur Reuters veröffentlicht.
Gold
Chemisches Symbol Au. Schmelzpunkt liegt bei 1.063 Grad Celsius.
Goldstandard
Deckung einer Währung durch Gold.
Good delivery
Anforderungen, die ein Barren erfüllen muss, um im internationalen Edelmetallhandel akzeptiert zu werden. (Details auf der LPPM- und LBMA-„Good Delivery“ Liste).
H
Hausse
Anhaltende Phase steigender Kurse.
Hedging
Oberbegriff für die Absicherung von Preisrisiken für einen zukünftig anfallenden Bedarf an Edelmetallen. H. kann z.B. in Form von →Termingeschäften oder →Optionen erfolgen.
I
Initial Margin
Siehe „Margin“.
IPA
„International Platinum Association“, Vereinigung führender Platinmetallproduzenten und –weiterverarbeiter mit Sitz in München.
Iridium
Chemisches Symbol Ir. Das korrosionsbeständigste Element; Schmelzpunkt 2.443 Grad Celsius.
ISDA
International Swap & Derivatives Association. Vereinigung von Marktteilnehmern, die eine weitgehend standardisierte Dokumentation von Handelsgeschäften durch die Ausarbeitung entsprechende Musterverträge sicherstellt.
Istanbul Gold Exchange
Goldbörse, gegründet 1995.
IWF
Internationaler Währungsfonds (engl. International Monetary Fund, IMF)
K
Karat
Feinheitsbezeichnung bei Gold. Goldanteil in einer Goldlegierung (angegeben in 1.000er Teilen).
24 Karat = 1.000 Teile = 100% Gold; 22 Karat = 916 Teile; 18 Karat = 750 Teile = 75% Gold; 14 Karat = 583,3 Teile; 10 Karat = 416,7 Teile; 9 Karat = 375 Teile = 37,5% Gold; 8 Karat = 333,3 Teile = 33,3% Gold.
Kassageschäft
Edelmetallgeschäft mit sofortiger Lieferung und Zahlung. Sofortig heißt in diesem Fall zwei Arbeitstage nach Geschäftsabschluss.
Kontrakt
Bezeichnung für eine Handelseinheit an einer Futures-Börse. An der →COMEX in New York umfasst ein Kontrakt z.B. 100 Unzen für Gold und Palladium, 5.000 Unzen für Silber und 50 für Platin.
Krügerrand
Südafrikanische Anlagemünze aus Gold. Schimmert leicht rötlich, weil sie neben Gold auch Kupfer enthält.
L
Leihe
Eine Art Edelmetallkredit, der eine Alternative zum Kauf von Edelmetallen für industrielle Anwender darstellt, die diese dauerhaft im Produktionsprozess gebunden haben. Mittels eine Leihe, für die am Ende der Laufzeit ein Zins zu entrichten ist, kann sich ein Unternehmen dauerhaft oder auch nur für vorübergehende Aufarbeitungsperioden Edelmetalle beschaffen.
Loco (London, Zürich)
Referenz-Ort, an dem im internationalen Handel umgesetztes Edelmetall physisch, aber in der Regel nicht allokiert hinterlegt ist. Gold und Silber werden in der Regel loco London, Platin und Palladium loco Zürich gehandelt.
LBMA
„London Bullion Market Association“, Vereinigung der Gold- und Silberhändler. Firmen mit Sitz im Ausland können „Associate Members“ werden, auch W.C. Heraeus ist Mitglied der LBMA.
LME
„London Metals Exchange“, Börse für NE-Metalle in London. An der LME werden keine Edelmetalle gehandelt!
Long-Position
Siehe „Plus-Position“.
LPPM
„London Platinum and Palladium Market“, Vereinigung der im Londoner Markt tätigen Platin- und Palladiumhändler. Die WCH ist Mitglied der LPPM.
M
Makler
Siehe „Broker“.
Maple Leaf
Kanadische Münze mit charakteristischem Ahornblatt.
Margin
Begriff für die zu entrichtende Sicherheitsleistung bei börsengehandelten Termingeschäften (→Futures). Man unterscheidet zwischen der anfangs zu zahlenden „Initial Margin“ und der je nach Kursveränderung des Edelmetalls ggf. anfallenden „Variation Margin“.
Mark-to-market
Bewertungsmethode im Handel; zu einem bestimmten Zeitpunkt (z.B. täglich bei Börsenschluss) werden offene Handelspositionen zum dann aktuellen Marktpreis bewertet und der sich daraus ergebene positive oder negative Saldo fließt in die Gewinn- und Verlustrechnung ein.
Medaille
Edelmetallhaltige, in der Regel im Vergleich zum Metallwert extrem überteuerte Münze, die kein offizielles Zahlungsmittel war oder ist.
Mehrwertsteuer
Siehe „Umsatzsteuer“.
Minusposition
Engl. „Short-Position“, bezeichnet den spekulativen Leerverkauf z.B. eines Edelmetalls mit der Absicht diese Position nach einem Preisverfall mit Gewinn zu schließen.
Moving Average
In der Chartanalyse häufig beachteter Indikator; stellt den gleitenden Durchschnitt einer definierten Anzahl (z.B. 30, 100, 200 Tage) von Preisen dar.
N
Numismatik
Münzkunde
NYMEX
„New York Mercantile Exchange“; weltgrößte Warenterminbörse, deren Geschichte bis ins Jahr 1872 zurückgeht. An der NYMEX wurden seit Jahrzehnten Kontrakte auf Platin und Palladium gehandelt. Seit 1994 mit der →COMEX verschmolzen, an der traditionell u. a. Gold und Silber gehandelt wurden.
O
Offer
Engl. für → „Briefkurs“
Open Interest
Bezeichnet die Anzahl offener →Kontrakte für eine bestimmte Fälligkeit an einer →Warenterminbörse
Option
Eine Option bezeichnet ein Finanzgeschäft, bei dem der Käufer gegen Zahlung einer Prämie das Recht erwirbt, ein Produkt zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft zu einem vorher vereinbarten Preis in einer vorher bestimmten Menge zu kaufen (Kauf- oder Call-Option) oder zu verkaufen (Verkaufs- oder Put-Option). Wird auch als bedingtes Termingeschäft bezeichnet. Optionen gibt es für die vier wichtigsten Edelmetalle, nicht jedoch für Rhodium, Ruthenium und Iridium.
Option (amerikanisch)
Option, die jederzeit während der vereinbarten Laufzeit ausgeübt werden kann.
Option (europäisch)
Option, die nur am vereinbarten Fälligkeitstermin ausgeübt, vorher aber jederzeit durch ein Gegengeschäft geschlossen werden kann.
Option (asiatisch)
Bezeichnet eine besondere Form einer exotischen Option, die dem Käufer eine (Ausgleichs-)zahlung der Differenz zwischen dem vereinbarten Basispreis und dem Durchschnittswert der Preisentwicklung der zugrunde liegenden Abrechnungsperiode garantiert.
Optionsschein
Engl. „Warrant“. Börsengehandelte Produkte, die das Recht beinhalten, innerhalb (amerikanischer Optionsschein) bzw. am Ende (europäischer Optionsschein) eines festgelegten Zeitraumes ein Produkt zu einem vorbestimmten Ausübungspreis zu kaufen oder zu verkaufen.
Order
Kauf- oder Verkaufsauftrag (z.B. für Edelmetalle) eines Kunden an einen Händler mit einem bestimmten Zielpreis.
Osmium
Chemisches Symbol Os. Element mit der höchsten Dichte und härtestes Metall der Platingruppenmetalle (PGMs); Schmelzpunkt 3.050 Grad Celsius.
OTC-Markt
„over-the-counter“, Bezeichnung für nicht-börsengebundenen Handel von Edelmetallen zur Gutschrift auf Konto
P
Palladium
Chemisches Symbol Pd. Hat den geringsten Schmelzpunkt aller Platingruppenmetalle (PGMs) mit 1.554 Grad Celsius.
Panda
Anlagemünze herausgegeben von der Volksrepublik China.
Papiergold
Meint Goldanlagen, die sich auf börsengehandelte Produkte oder auf →Metallkonten beziehen, bei denen es keine unmittelbare physische Unterlegung gibt.
Philharmoniker
Zeitweise weltweit populärste Feingoldmünze aus Österreich. Geprägt zum ersten Mal im Jahr 1989.
Pit
1. Begriff für einen Maklerstand an einer Präsenzbörse. Typisch z.B. für die →COMEX.
2. Begriff für eine Tagebau-Mine.
Platin
Chemisches Symbol Pt. Verwendung im Schmuck- und industriellen Bereich (Katalysatoren etc.). Schmelzpunkt 1.772 Grad Celsius.
Platingruppenmetalle
Gruppe chemischer Elemente, zu denen neben dem Platin auch Palladium, Rhodium, Iridium, Ruthenium und Osmium gehören.
Plusposition
Engl. „Long-Position“, bezeichnet unter Händlern den in der Regel spekulativen Kauf z.B. eines Edelmetalls mit der Absicht die Position nach einem Preisanstieg mit Gewinn zu schließen.
R
Rallye
Starke Aufwärtsbewegung bei Edelmetallpreisen.
Ronde
Metallener Rohling bei der Herstellung von Münzen.
Rhodium
Chemisches Symbol Rh. Extrem hartes und korrosionsbeständiges Metall. Schmelzpunkt 1.960 Grad Celsius.
Ruthenium
Chemisches Symbol Ru. Extrem hartes und sprödes Metall, auch bei sehr hohen Temperaturen schwierig zu bearbeiten. Schmelzpunkt 2.310 Grad Celsius.
S
Schlusskurs
Letzter Handelskurs an einer Börse oder in einer Zeitzone im →OTC-Markt.
Shanghai Gold Exchange
2002 gegründete Börse für Edelmetalle (Gold, Silber, Platin)
Silber
Chemisches Symbol Ag. Schmelzpunkt liegt bei 960 Grad Celsius.
Short-Position
Siehe „Minusposition“.
Spot-Markt
Siehe „Kassageschäft“.
Stop-loss
Preisniveau, auf dem eine Handelsposition zur Verlustbegrenzung geschlossen wird. Kann auch eine →Order sein, die automatisch ausgeführt wird, wenn ein bestimmter Kurs erreicht bzw. unterschritten wird.
Straddle
Optionsstrategie, bei der eine Kaufoption und eine Verkaufsoption mit gleichem Ausübungspreis und gleicher Fälligkeit entweder gekauft (Long-Straddle) oder verkauft (Short-Straddle) werden.
Strangle
Optionsstrategie, bei der eine Kaufoption und eine Verkaufsoption mit unterschiedlichem Ausübungspreis entweder gekauft (Long-Strangle) oder verkauft (Short-Strangle) werden.
Swap
Bezeichnet eine Kombination von gleichzeitig abgeschlossenem →Edelmetall-Kassageschäfts in Verbindung mit einem gegenläufigen →Termingeschäft. Partei A verkauft z.B. bei einem Swap 10.000 Unzen Gold zum aktuellen Preis an Partei B und erhält dafür den Gegenwert in Dollars. Bei Fälligkeit wird das Geschäft durch das Termingeschäft zurückgedreht. Ein Swap dient der Beschaffung von Edelmetallliquidität, er ist damit eine Alternative zur Leihe.
T
Termingeschäft
Beide Parteien bindendes Edelmetallgeschäft, bei dem die Lieferung des Metalls und die Zahlung des Gegenwerts in der Zukunft liegen. Einzelne Termingeschäfte beim Gold haben schon Laufzeiten von bis zu 12 Jahren gehabt.
TOCOM
→Warenterminbörse in Tokio, an der u. a. Edelmetalle gehandelt werden. Besonders was den Platinpreis angeht, ist die TOCOM von weltweiter Bedeutung.
Tola
Eine Indische Gewichtseinheit für Gold. 1 Tola = 0,375 toz = 11,6638 g
U
überkauft/überverkauft
Bezeichnung für eine Marktsituation nach einer deutlichen Preisbewegung. In der Regel erwarten die Händler dann zuerst eine Gegenbewegung.
Umsatzsteuer
Beim Kauf von Edelmetallen wird in der Regel Umsatzsteuer erhoben, lediglich der Erwerb von Anlagegold (Münzen, Barren) und das Abschließen von Differenzgeschäften (siehe Barausgleich) sind steuerfrei.
Unze
1 troy Unze (toz) = 31,1035 g
unverarbeitet
Preis für Edelmetalle in Rohform (Schwamm, Barren)
V
Variation Margin
Siehe „Margin“
verarbeitet
Preis für Edelmetalle, die in einem industriellen Zwischen- oder Endprodukt enthalten sind.
VÖB
Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands
W
Warenterminbörsen
Börse, an der →Termingeschäfte (Futures, Optionen) auf Rohwaren gehandelt werden. Im Edelmetallbereich sind die bekanntesten Börsen die TOCOM, die NYMEX und das Chicago Board of Trade (CBOT).
Warrants
Siehe „Optionsschein“.
World Gold Council
Lobbygruppe der Goldindustrie mit Sitz in London zur Förderung des Goldabsatzes. Wird finanziert durch die Minenindustrie.
Z
Zentralbanken
Wichtige Beteiligte auf dem Goldmarkt. Historisch gesehen verfügen viele Zentralbanken über hohe Goldbestände aus der Zeit der als die Währungen noch durch Gold gedeckt wurden (→Golddeckung). Einige Zentralbanken trennen sich seit dem Ende der offiziellen →Golddeckung von ihren Beständen.
Zertifikat
Börsengehandeltes Wertpapier in der Rechtsform einer Schuldverschreibung. Zielgruppe sind vor allem private Anleger. Das erste Zertifikat wurde 1989 von einer Bank emittiert. Im Jahr 2006 wurden in Deutschland mit Zertifikaten ein Umsatz von rund 500 Milliarden Euro erzielt. Zertifikate in verschiedenen Ausprägungen sind für die vier wichtigen Edelmetalle erhältlich.
Zinsen (bei Edelmetallleihen)
Wie bei Geldkrediten gibt es Zinssätze auch für geliehene Edelmetalle. Die Zinsen schwanken allerdings teilweise stark, weil sie von keiner Zentralbank überwacht werden. Ihre Höhe hängt deshalb ausschließlich von Angebot und Nachfrage ab.
Zinsswap
Tausch von festen und variablen Zinsverpflichtungen auf zwei nominelle Kapitalbeträge für einen festgelegten Zeitraum. Durch einen Zinsswap können Zinsänderungsrisiken, die z.B. bei Termingeschäften oder Leihen negative Auswirkungen haben könnten, aktiv verwaltet werden. Bei Edelmetallen sind Zinsswaps allerdings nur für Gold und Silber verfügbar. Nicht zu Verwechseln mit einem Edelmetall-Swap (siehe Swap).