Geringe Produktion, große Preisveränderungen
Bei den sog. „kleinen“ Platinmetallen gab es in den Jahren 2006 - 2010 zum Teil massive Veränderungen, nicht nur was die Preise, sondern was auch die jeweilige fundamentale Lage anging.
Ruthenium: Nur 30 Tonnen für so viele Festplatten
So verzehnfachte sich 2006 innerhalb von 12 Monaten der Preis für Ruthenium auf über $ 800 je Unze, nicht zuletzt aufgrund neuer technologischer Entwicklungen in der Elektronikindustrie. Hier mussten in jenem Jahr neue Produktionskapazitäten für die Beschichtung von (Computer-)Festplatten mit Ruthenium aufgebaut werden. Nachdem allerdings diese Sonderkonjunktur endete, brach die Notierung wieder auf nur noch $ 200 je Unze ein. Im Zuge des Verbrauchsanstiegs 2006 wurden vorhandene Vorräte weitgehend abgebaut, deshalb reichen heute die knapp 30 Tonnen neu gefördertes Metall locker aus, die aktuelle industrielle Nachfrage zu befriedigen.
Zeitweise € 200 für ein Gramm - Rhodium bleibt ein Extremfall
Prozentual etwas weniger extrem war die Preisentwicklung seit 2006 beim Rhodium, in absoluten Zahlen jedoch überstiegen die Preissteigerungen jene bei Ruthenium bei weitem. Immer neue Abgasvorschriften haben in den letzten Jahren zu einer Steigerung der Nachfrage geführt. Hinzu kam dann noch die Expansion der asiatische LCD- und Plamaglashersteller, in deren Produktionsanlagen neben Platin auch Rhodium gebunden ist. In diesem Umfeld stieg der Rhodiumpreis von $ 1.300 je Unze Anfang 2005 auf über $ 10.000 je Unze im März 2008. Alleine von Ende Januar bis zum März legte die Notierung dabei rund $ 4.000 zu, konkrete Anlass für diesen dramatischen Kursgewinn waren die Probleme bei der Stromversorgung der Minen in Südafrika. Mit Begin der Wirtschaftskrise 2008 verlor das Rhodium seine Kursgewinne mit nahezu gleicher Geschwindigkeit und erreichte Tiefstwerte um $ 1.000 im November 2008. Mit der Stabilisierung der Wirtschaft und der damit einhergehenden stärkeren Nachfrage, stabilisierte sich seitdem das Rhodium zwischen $ 2.000 und $ 3.000 je Unze.
Insgesamt werden jedes Jahr rund 25 Tonnen des Metalls neu gefördert, in Würfelform würde die gesamte Menge unter einen Esszimmertisch passen. Allerdings hätte der Würfel dann einen Wert in Höhe von über 3 Milliarden Euro.
Über 90% des Rhodiums kommen aus den Platinminen Südafrikas. Der kleine Rest teilt sich auf auf Produzenten in Russland, Zimbabwe und Kanada. Recycling spielt mit 20% der jährlich insgesamt verfügbaren Metallmenge eine untergeordnete, aber nicht ganz zu vernachlässigende Rolle.
Iridium: Extrem selten und stark gefragt
Das (mit der Ausnahme von Osmium) seltenste und nur sehr eingeschränkt auf den internationalen Finanzmärkten gehandelte Platinmetall ist Iridium. Von diesem Metall werden pro Jahr nur etwa vier Tonnen, vorwiegend in Südafrika produziert. Das Metall wird überwiegend in der Chemie- und Elektronikindustrie genutzt. Nach einer langen Phase der Preisstabilität auf einem Niveau um die $ 450 je Unze, erreichte die Nortierung Ende 2010 durch eine hohe Nachfrage aus China ein neues langjähriges Hoch bei $ 800 je Unze.